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Dipl.-Ing. Wilfried Böhling (Landespflege)

Landschaftsplaner aus Stade nahe Hamburg


Auszug aus meiner Diplomarbeit (1993)

Auswertung faunistisch-ökologischer Untersuchungen

an Schmetterlingen und Heuschrecken

im geplanten Naturschutzgebiet Burgberg bei Bevern

(Landkreis Holzminden) als Beitrag zur Pflege- und Entwicklung


1.   Zusammenfassung  

In dieser Arbeit werden die im Jahre 1992 durchgeführten faunistisch-ökologischen Bestandsaufnahmen an Tagfaltern (RHOPALOCERA), Dickkopffalter (HESPERIDAE), Widderchen (ZYGAENIDAE) und Heuschrecken (SALTATORIA) im geplanten Naturschutzgebiet "Burgberg" bei Bevern (Landkreis Holzminden, Niedersachsen) ausgewertet. Besonderes Augenmerk wurde auf die Habitatpräferenzen der Arten unter dem Gesichtspunkt des unterschiedlichen Nektar- und Pollenangebots, der strukturellen Unterschiede der Flächen und ihrer unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen gelegt. Die Ergebnisse werden diskutiert und Schlußfolgerungen für eine Pflege- und Entwicklungsplanung abgeleitet.

Im Vordergrund der Untersuchungen stand die Gruppe der tagaktiven Schmetterlinge, die sich als thermophile Artengruppe besonders gut als Bioindikator für Kalkmagerrasen eignet. Ausgewertet wurden die Ergebnisse von 16 Transektbegehungen, die in der Zeit vom 19. Mai bis 28. August 1992 durchgeführt wurden. Insgesamt wurden 45 Arten mit 11.680 Falterbeobachtungen registriert. Weiterhin wurden Fang-Markierung-Wiederfänge an Euphydryas aurinia (eine Fangprobefläche) und Zygaena filipendulae (fünf Fangprobeflächen) an fünf bzw. sieben Tagen durchgeführt. Auffällig war dabei, daß auf den stark beweideten Transektabschnitten aufgrund des herabgesetzten Nektarangebotes viele Arten abwanderten, während die extensiv beweideten Bereiche überwiegend Abundanzmaxima aufwiesen. Die hohe Wiederfangrate der stenöken Art Euphydryas aurinia belegt den relativ hohen Isolationsgrad der untersuchten Fläche (HTR 2) und die hohe Standorttreue der Art. Zygaena filipendulae wies mit einer insgesamt sehr geringen Wiederfangrate und hohen Mobilität nur auf einer isoliert liegenden Fläche (HTR 1) eine höhere Wiederfanghäufigkeit auf.

Desweiteren wurden fünf Transektbegehungen im Hinblick auf die Geradflüglerfauna des Untersuchungsgebietes durchgeführt und ausgewertet. Auch Heuschrecken eignen sich aufgrund ihres engen Bodensubstrat- und Kleinklimabezugs gut als Indikatorgruppe für trockenwarme Standorte. Dabei wurden acht Arten mit insgesamt 5259 Individuen registriert. Die Ergebnisse zeigen, daß auch die Heuschrecken ihr Abundanzmaximum auf den extensiv genutzten Weiden besaßen, während verbuschte, verfilzte sowie intensiv beweidete Bereiche nicht so dicht besiedelt waren. Die mikroklimatischen Unterschiede der Flächen sowie deren Versaumungs- und Verbuschungsgrad wird durch das Vorhandensein oder Fehlen der Arten Stenobothrus lineatus bzw. Pholidoptera griseoaptera angedeutet.

Aufgrund der Ergebnisse der Untersuchungen werden grundsätzliche Hinweise zur dauerhaften Erhaltung der relikthaften kleinbäuerlichen Kulturlandschaft gegeben, die an die traditionellen Nutzungen angelehnt sind.

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